Aufeinanderprallende Regelwerke
Bonus-Elternteil und Bonuskind haben unterschiedliche Erwartungen an Struktur und Regeln. Das Kind bringt eingeprägte Regeln aus einem anderen Zuhause mit.
In einer Patchwork-Familie treffen oft zwei verschiedene Regelwerke unter einem Dach aufeinander. Das Bonuskind bringt Gewohnheiten und Rahmen mit, die es in einem anderen Zuhause gelernt hat; das Bonus-Elternteil hat eigene Erwartungen. Wenn sie aufeinanderprallen, sieht es aus wie ein Kampf um Regeln — aber darunter geht es öfter um etwas anderes: wer das Recht hat zu bestimmen, und wo die Loyalität des Kindes liegt.
So läuft die Schleife
So sieht es aus
Es zeigt sich selten als Gespräch über Regeln. Eher als Zusammenstoß, bei dem beide sich im Recht fühlen.
- "Das mache ich sonst nicht" oder "das hast du nicht zu bestimmen" tauchen auf, wenn das Bonus-Elternteil eine Grenze setzt.
- Das Kind verweist darauf, wie die Dinge im anderen Zuhause gemacht werden.
- Das leibliche Elternteil wird hineingezogen, um zu klären, was gilt.
- Das Bonus-Elternteil ist unsicher, wie viel es überhaupt bestimmen darf.
Ein allgemeiner Weg heraus
Der Zusammenstoß löst sich nicht, indem man die Regel gewinnt, sondern indem man die Beziehung vor der Autorität aufbaut — und das leibliche Elternteil am Anfang die Grenzen tragen lässt.
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Lass das leibliche Elternteil am Anfang die Person sein, die die Regeln setzt und durchsetzt — das Bonus-Elternteil nutzt die Zeit, um zuerst die Beziehung aufzubauen.
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Einigt euch als Erwachsene auf die wenigen wichtigsten Hausregeln, damit das Kind nicht zwischen zwei verschiedenen Antworten steht.
- 3
Erkennt an, dass das "so machen wir das bei mir zu Hause nicht" des Kindes selten Trotz ist — es sind zwei Regelwerke, die aufeinanderprallen, und eine Loyalität, die Raum braucht.
Häufige Fragen
Doch — aber es ist oft haltbarer, mit den großen Grenzen zu warten, bis die Beziehung aufgebaut ist. Wenn ein Bonus-Elternteil Regeln durchsetzt, bevor es eine Beziehung gibt, erlebt das Kind es leicht als ein:e Fremde:r, die/der bestimmt, und ein Loyalitätskonflikt wird aktiviert. Am Anfang funktioniert es meist am besten, wenn das leibliche Elternteil die Grenzen trägt, während das Bonus-Elternteil die Beziehung aufbaut. Wenn die Beziehung trägt, kann die Autorität folgen.
Weil das Kind tatsächlich zwei Zuhause mit zwei Regelwerken hat — und weil dieser Satz oft um mehr geht als um Regeln. Er ist eine Art, am anderen Zuhause und am anderen Elternteil festzuhalten. Es ist selten Trotz, sondern eine Loyalität, die Raum braucht. Wenn man anerkennt, dass es schwer ist, zwei Sätze von Regeln zu haben, statt es zu einem Machtkampf zu machen, lässt der Widerstand meist nach.
Es dauert länger, als die meisten erwarten — oft mehrere Jahre. Gemeinsame Regeln lassen sich nicht herbeibeschließen; sie wachsen, während die Beziehungen aufgebaut werden und das Kind das Bonus-Elternteil als jemanden erlebt, zu dem es eine Beziehung hat, nicht nur als jemanden, der bestimmt. Was hilft, ist, der Beziehung Zeit zu geben und die gemeinsamen Hausregeln in der Zwischenzeit wenige und klar zu halten. Ihr seid nicht im Rückstand — so findet eine Patchwork-Familie typischerweise ihre Form.
Ist das euer Muster?
Du kannst den Zusammenstoß hier wiedererkennen. Aber wo sich eure Regelwerke unterscheiden — und wie ihr die Beziehung vor der Autorität aufbaut — hängt von euren eigenen Antworten ab. Es beginnt mit dem kostenlosen Test.
Die Situation hinter dem Muster
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Neue Rollen, unsichtbare Grenzen — und Loyalität, von der niemand laut spricht.
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Geschrieben und fachlich geprüft von Thomas Silkjær, Gründer von SAMRUMZuletzt aktualisiert