Ein Dialogwerkzeug für Familien — für Prävention und frühe Hilfen

SAMRUM ist ein Dialogwerkzeug für Familien am niedrigschwelligen Ende der präventiven Arbeit — bevor der schulpsychologische Dienst, eine Vertrauenslehrkraft oder ein Klärungsgespräch nötig wird. Es gibt der Familie eine gemeinsame Sprache für ihre Alltagsmuster, sodass Gespräche mit Fachpersonen an einem konkreten Ort starten. Es ist kostenlos für die Familie und ersetzt keinen kommunalen Rahmen.

SAMRUM gibt Familien eine gemeinsame Sprache für ihre Dynamik. Sicher, digital und ohne dass jemand die Antworten der anderen sieht.

Wo kann es genutzt werden?

Prävention

Hebamme, Familienberater:in oder Sachbearbeiter:in empfiehlt SAMRUM einer Familie, bei der etwas knirscht — ohne Überweisung, Antrag oder Wartezeit. Die Familie nutzt es zu Hause, im eigenen Tempo.

Begleitung während Wartezeiten

Familien, die auf einen Platz bei der Familienberatung oder beim schulpsychologischen Dienst warten, bekommen SAMRUM als etwas zum Arbeiten in der Zwischenzeit. Der Bericht kann zum ersten Gespräch mit der Fachperson mitgenommen werden.

Frühe Hilfen

Wohlfühl-Gespräche, Eltern-Netzwerke, Familienabende. SAMRUM als Ergänzung, die der Familie eine gemeinsame Sprache gibt — kein Ersatz für fachliche Hilfe.

Was ist SAMRUM?

Test

Jedes Familienmitglied macht einen altersgerechten Test — Erwachsene, Teenager und Kinder. Die Antworten sind privat: Niemand sieht die der anderen.

Bericht

KI-gestützte Berichte beschreiben Muster in der Beziehung in Alltagssprache. Nicht klinisch, nicht urteilend — aber präzise.

Handlung

Fokusbahnen mit konkreten Schritten im Alltag, auf den Mustern basierend, die der Test gefunden hat. Vier Wochen, im Tempo der Familie.

Gerade jetzt

Kostenlose Momentaufnahme nach einem Konflikt. 90 Sekunden — und die Familie hat einen Plan auf Basis der Profile beider Personen.

Zuletzt aktualisiert Geschrieben und fachlich geprüft von Thomas Silkjær, Gründer von SAMRUM

Wo passt SAMRUM in die präventive Arbeit?

SAMRUM liegt am niedrigschwelligen Ende der Hilfe-Treppe — vor dem schulpsychologischen Dienst, der Vertrauenslehrkraft und einem Sorgengespräch. Es ist ein Selbsthilfewerkzeug, das die Familie zu Hause nutzt, keine kommunale Intervention. Wenn die Situation einer Familie nach formeller Hilfe ruft, ist dieser Weg weiterhin der richtige. Das Werkzeug kann der Familie aber Sprache geben, vor oder zwischen formellen Gesprächen.

  • Liegt vor formeller kommunaler Hilfe, nicht als Ersatz
  • Selbsthilfewerkzeug, das die Familie zu Hause im eigenen Tempo nutzt
  • Kann gemeinsame Sprache vor oder zwischen fachlicher Zusammenarbeit geben
  • Der Bericht kann als Ausgangspunkt zum ersten kommunalen Gespräch mitgenommen werden
  • Löst nie eine Meldung oder eine kommunale Kennzeichnung aus

Sieh, wie es in der Praxis funktioniert

Ist SAMRUM eine Messung oder ein Werkzeug fürs Gespräch?

Ein Werkzeug fürs Gespräch. SAMRUM macht keine Wohlbefindens-Messung, kein Screening und keinen Datenexport für die Kommune. Was die Familie bekommt, ist ein Persönlichkeitsprofil und Berichte, die Beziehungsmuster in Alltagssprache beschreiben. Es gibt keine Werte, die geflaggt werden, keine identifizierten Risikogruppen und kein systematisches Material, das die Kommune für die Sachbearbeitung nutzen kann.

  • Keine Wohlbefindens-Messung oder Screening
  • Kein Datenexport für die kommunale Sachbearbeitung
  • Berichte beschreiben Muster in Alltagssprache, keine Risiko-Werte
  • Auf Persönlichkeitsforschung aufgebaut, keine klinischen Instrumente
  • Die Familie besitzt alle Daten — die Kommune bekommt automatisch nichts

Methodik

Kann die Kommune SAMRUM für Bürger:innen kaufen?

Die Kommune muss nichts kaufen, um verweisen zu können. Test und persönliches Profil sind kostenlos; die Familie zahlt eventuelle Berichte selbst. Das heißt, eine Kommune kann frei verweisen — ohne Budgetposten, Ausschreibung oder Lizenz. Für größere Zusammenarbeit (Pilotverlauf, kommunale Partnerschaft, Verteilung über eine Familienberatung) kann ein Rahmen direkt vereinbart werden — nutz das Kontaktformular unten auf der Seite.

  • Test und Profil sind kostenlos — keine kommunalen Kosten
  • Die Familie zahlt Berichte selbst; keine Provision an irgendwen
  • Keine Lizenz, Ausschreibung oder Integration nötig, um zu verweisen
  • Pilotverläufe und Partnerschaften können direkt vereinbart werden
  • Schreib über das Kontaktformular unten für kommunale Zusammenarbeit

Preise und Pakete

Wie ist es mit Datenschutz und kommunalem Zugriff?

Die Kommune hat keinen automatischen Zugriff auf irgendetwas. Profile und Berichte gehören der Familie allein. Wenn die Familie es wünscht, kann sie einen Bericht aktiv mit einer Fachperson über die Plattform teilen — aber das Teilen ist optional, kann zurückgezogen werden und wird in keinem Kommunalsystem geloggt. SAMRUM ist DSGVO-konform und in der EU gehostet.

  • Kein automatischer Zugriff für Kommunen, Schulen oder den schulpsychologischen Dienst
  • Nichts wird in kommunalen Systemen oder Akten geloggt
  • Teilen passiert immer auf Initiative der Familie, nie automatisch
  • Teilen kann jederzeit von der Familie zurückgezogen werden
  • DSGVO-konform, Daten in der EU gehostet, auf Anfrage gelöscht

Datenschutz

Ersetzt SAMRUM ein Sorgengespräch?

Nein. Ein Sorgengespräch ist eine kommunale Hilfe mit eigenem Zweck — SAMRUM ist ein Selbsthilfewerkzeug für die Familie. Beide arbeiten unterschiedlich und haben unterschiedliches Gewicht. In manchen Fällen kann SAMRUM der Familie Sprache geben, die ein anschließendes Sorgengespräch leichter macht. In anderen Fällen steht SAMRUM allein, lange bevor ein solches Gespräch relevant wird.

  • SAMRUM ersetzt kein Sorgengespräch, keine Meldung und keine formelle Weiterleitung
  • Kann der Familie Sprache geben, bevor ein formelles Gespräch relevant wird
  • Kann als Ausgangspunkt in so einem Gespräch genutzt werden, wenn die Familie es wünscht
  • Signale, die formelle Hilfe verlangen, müssen weiter verfolgt werden
  • Zwei verschiedene Werkzeuge mit verschiedenen Zwecken — keine Konkurrenz

Für Fachpersonen

Der Zwischenraum, von dem niemand spricht

  • Viele Familien haben etwas, das nagt — aber nicht genug, um irgendwo anzurufen. Sie fallen zwischen die Stühle: Tipps, die sie schon kennen, und eine Beratung, für die sie noch nicht bereit sind.
  • Familien, die auf einen Platz beim schulpsychologischen Dienst oder bei der Familienberatung warten, haben in der Wartezeit selten etwas zum Arbeiten. Die Wartezeit ist passiv.
  • Frontpersonal kann sehen, dass etwas knirscht. Aber es hat kein konkretes Werkzeug, das es der Familie mit nach Hause geben kann — außer „Versucht, darüber zu reden“.

Was erfordert es?

Keine Personalzeit

Die Familie nutzt SAMRUM selbst zu Hause. Die Fachperson, die es empfiehlt, muss nichts moderieren oder nachverfolgen.

Keine Überweisung

SAMRUM verlangt keine Überweisung, Genehmigung oder Wartezeit. Jede:r kann es sofort nutzen.

Keine Kosten für die Kommune

Familien zahlen Berichte selbst. Test und Persönlichkeitsprofil sind kostenlos. Eine Empfehlung kostet die Kommune nichts.

Sicherheit und Datenschutz

  • Alle Antworten sind privat — niemand in der Familie kann die Antworten der anderen sehen. Man antwortet am ehrlichsten, wenn niemand mitschaut.
  • SAMRUM stellt keine Diagnosen und ersetzt keine fachliche Bewertung. Die Berichte beschreiben Muster in Alltagssprache.
  • Alle Daten werden in der EU gespeichert. DSGVO-konform. Nutzer:innen können ihre Daten jederzeit löschen.

Akute Hilfe zwischen Sitzungen — „Gerade jetzt“

Berichte und Fokusbahnen arbeiten mit Mustern über Zeit. Aber Konflikte warten nicht. „Gerade jetzt“ ist eine kostenlose Momentaufnahme, die die Familie direkt nach einem Streit öffnen kann — 90 Sekunden und 4–5 Fragen, und sie hat einen persönlichen Plan auf Basis der Profile beider Personen.

Mustererkennung im Moment

Die Anleitung nutzt Testdaten beider Beteiligten, um das Muster zu erkennen, in dem die Familie steckt. Beschrieben als Kreislauf, nicht als Schuld.

Ein Plan für die nächsten Stunden

Konkrete Handlungen, was zu vermeiden ist, und eine 10-Sekunden-Minimalvariante für die, die nicht mehr Energie haben.

Kostenlos und ohne Fachperson

Die Familie nutzt es selbst, wenn sie es braucht. Keine Personalzeit, keine Verweisung. Einfach eine offene Tür, wenn der Puls hoch ist.

Setzt einen abgeschlossenen Test für beide voraus. Keine Therapie — eine strukturierte Selbsthilfe-Anleitung.

Das Wohlbefinden Jugendlicher beginnt in der Familie

Forschung — z. B. der dänischen ROCKWOOL-Stiftung — zeigt, dass die Familie die wichtigste Arena für das Wohlbefinden Jugendlicher ist. Nicht Urlaub und Erlebnisse — sondern Vorhersehbarkeit, Kontakt und das Gefühl, gesehen zu werden. Auf Basis von Fragebogendaten von 6.800 dänischen 15–19-Jährigen wird auf einen starken Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden Jugendlicher und der Bedürfniserfüllung in der Familie hingewiesen.

  • Eine Pilotstudie (2024) zeigt, dass Phasen verminderten Wohlbefindens bei Jugendlichen oft vorübergehend sind — sie kommen und gehen. Der Unterschied zwischen einer schlechten Phase und einem Muster ist entscheidend, aber von innen schwer zu sehen.
  • Stabile Familienbeziehungen sind schützend. Keine perfekten Beziehungen — aber Beziehungen, in denen Konflikte nicht dauerhaft sind und in denen sich die jugendliche Person gehört fühlt.
  • SAMRUM gibt der Familie ein konkretes Werkzeug, um Worte für die Muster zu finden, die den Alltag beeinflussen. Keine Diagnose — eine gemeinsame Sprache, die sowohl Jugendliche als auch Erwachsene nutzen können.

Häufig gestellte Fragen

SAMRUM ist ein digitales Dialogwerkzeug für Familien. Jedes Familienmitglied macht einen altersgerechten Test auf Telefon oder Computer — es gibt Versionen für Erwachsene, Teenager (13+) und Kinder (ca. 6–12 mit Eltern-Anleitung). Die Antworten sind privat, und auf ihrer Basis werden KI-gestützte Berichte erstellt, die Muster in der Beziehung in Alltagssprache beschreiben. Die Familie kann danach eine Fokusbahn starten: einen 4-Wochen-Verlauf mit konkreten Schritten im Alltag, abgestimmt auf die Muster, die der Test gefunden hat. Und wenn ein Konflikt akut auftritt, kann die Familie „Gerade jetzt“ öffnen — eine kostenlose Momentaufnahme, die in 90 Sekunden einen Plan auf Basis der Profile beider Personen gibt. Mehr über wie es funktioniert.

Paare, Eltern-Kind, Geschwister und ganze Familien — auch Patchworkfamilien. Es ist kein Kriseninstrument und kein klinisches Instrument. Es ist für Familien gedacht, bei denen etwas nagt, die aber nicht zwangsläufig bereit für eine Beratung sind (oder eine brauchen). Es kann auch eine Ergänzung für Familien sein, die schon Kontakt zu einer Fachperson haben.

Nein — und das ist beabsichtigt. SAMRUM ist ein Selbsthilfewerkzeug und eine Zwischenstufe, kein Ersatz für professionelle Hilfe. Für Familien in Behandlung kann es eine Ergänzung sein, die zwischen Sitzungen Struktur gibt. Für Familien, die nicht für eine Beratung bereit sind, kann es ein Anfang sein — eine Möglichkeit, Worte für etwas zu finden, das sonst ungesagt bleibt. Und für Fachpersonen kann der Bericht als Ausgangspunkt für das erste Gespräch dienen. Mehr dazu findest du unter Für Fachpersonen.

Test und persönliches Profil sind für alle kostenlos. Beziehungsberichte (z. B. Eltern–Teenager, Paar) kosten einen Einmalbetrag, den die Familie selbst zahlt. Es gibt kein Abo, keine versteckten Kosten und keine Kosten für die Kommune, Schule oder Organisation. Eine Empfehlung von einer Fachperson kostet nichts. Sieh Preise für Details.

SAMRUM ist für niedrigschwellige Nutzung und normalisierende Sprache gestaltet. Keine Antworten werden zwischen Familienmitgliedern geteilt — eine bewusste Designentscheidung, weil Leute am ehrlichsten antworten, wenn niemand mitschaut. Die Berichte sind beschreibend, nicht alarmierend, und weisen auf Muster hin — nicht auf Fehler. Für Familien in akuter Krise ist SAMRUM allerdings nicht das richtige Werkzeug. Es kann keine akuten Sicherheitssituationen handhaben und ist nicht dafür gestaltet.

Nein. Alle Antworten, Profile und Berichte sind privat und gehören der Familie. Die Kommune, die Schule und die Organisation haben keinen Zugriff — weder auf Antworten, Ergebnisse noch Nutzungsdaten. Wenn die Familie sich entscheidet, einen Bericht mit einer Fachperson zu teilen, ist das die aktive Wahl der Familie und kann zurückgezogen werden.

SAMRUM erfordert kein neues Personal, keine neuen Systeme oder IT-Integration. Es ist ein eigenständiges Werkzeug, das eine Hebamme, Familienberater:in oder Sachbearbeiter:in im Gespräch empfehlen kann — wie man ein Buch oder eine Übung empfiehlt. Die Familie nutzt es zu Hause. Der Bericht kann anschließend als Ausgangspunkt in einem Folgegespräch genutzt werden, wenn die Familie das wählt.

Der Test von SAMRUM baut auf Big Five (Costa & McCrae, 1992) für Persönlichkeitsmerkmale und dem Interpersonal Circumplex (Wiggins, 1979) für relationales Verhalten auf. Die Fragen basieren auf IPIP — einem offenen, validierten Item-Pool (Goldberg et al., 2006). Muster in den Berichten sind in Gottmans Paarforschung (1994, 2015), Bindungstheorie (Bowlby, 1969; Johnson, 2008) und systemischer Familienberatung (Bateson, 1972; Minuchin, 1974) verankert. Kinder werden nie mit Persönlichkeitsmerkmalen, sondern in Situationen beschrieben (Piaget, Vygotsky), und Teenager haben eigene Prinzipien, basierend auf Adoleszenzforschung (Steinberg, 2001, 2014). SAMRUM ist kein klinisches Instrument und stellt keine Diagnosen — es ist ein Reflexions- und Dialogwerkzeug mit einem fachlichen Fundament aus 15+ Schlüsselreferenzen. Mehr über die Methode hinter SAMRUM.

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